Qi Gong

Qi Gong – Mit Bewegung Körper und Geist harmonisieren

Qi Gong kommt aus China und hat dort eine sehr lange Tradition. Mit Hilfe von Bewegungsübungen und mit Meditation werden Geist und Körper in Harmonie gebracht. In China ist es schon fast zu einer Art Bewegung geworden und viele Chinesen treffen sich bereits morgens vor dem Frühstück im Park. Dort werden dann die langsamen und fließenden Übungen des Qi Gong praktiziert. Betrachtet man die Menschen bei den Qi Gong Übungen, dann könnte man fast meinen, alles geschieht in Zeitlupe.

Qi Gong kann nicht als Sport bezeichnet werden

Hierzulande ist oftmals zu hören, dass diese Übungen eine Art Sport sind. Doch dies ist nicht richtig. Es ist vielmehr eine Kombination aus Atemübungen, aus Bewegungsübungen und auch Meditationstechniken, die hier vereint werden. Vor allem in China spielt Qi Gong in der Medizin eine sehr wichtige Rolle, denn mit diesen Übungen lassen sich sowohl die Gesundheit fördern als auch da Qi, also den Fluss der Lebensenergie, in Harmonie bringen. So ist es nicht verwunderlich, dass in China diese Anwendung seinen festen Platz in der traditionellen chinesischen Medizin hat. Aber auch hier bei uns wird Qi Gong immer beliebter und verbreitet sich immer mehr.

Qi Gong und seine Historie

Qi Gong, auch Chi Gong geschrieben, hat eine Tradition, deren Ursprung bis ins 4. Jahrhundert vor Christus reicht. Bereits damals wurden Aufzeichnungen angefertigt, welche als Übungen zur Lebenspflege beschrieben wurden. Sie erinnern sehr stark an das Chi Gong, wie wir es heute kennen. Vor allem in der Zhou-Dynastie in den Jahren 400 bis 200 nach Christus wurden diese anfänglichen Übungen immer weiter entwickelt. Bei der allgemeinen Bevölkerung erfreut sich Chi Gong seit den 1950er Jahren eine immer mehr zunehmende Beliebtheit. Abgeleitet wird der Begriff Chi Gong von den beiden Begriffe Qi (Lebensenergie) und Gong (Kung) für Üben. Wer diese Übungen absolviert, der will damit Krankheiten von sich fern halten und sich ein langes Leben erfüllen.

Die Funktionsweise von Chi Gong

Die Lebensenergie Chi spielt in der chinesischen Kultur, die voller Traditionen ist, eine zentrale Rolle. Die Lebensenergie fließt durch die Meridiane, die Energiebahnen, durch den Körper und versorgt so die menschlichen Organe mit dieser Energie. Unterhalb des Nabels wird diese Energie gesammelt, im sogenannten Tor zum Himmel. In der chinesischen Medizin ist man davon überzeugt, dass ein Mensch nur dann gesund ist, wenn sich das Chi in einem harmonischen Fluss befindet. Ist aber zu wenig Lebensenergie vorhanden oder wird in bestimmten Organen gestaut, dann ist ein Mensch krank oder fühlt sich unwohl. Deshalb wird durch die Qi Gong Übungen versucht, durch Bewegung und durch Konzentration das Qi zum Fließen zu bringen und wieder eine Harmonie zu schaffen.

Die Übungen beim Qi Gong

Bei den Übungen von Qi Gong muss man unterscheiden. Sehr oft ist auch die Rede von Qi Gong Tai chi oder Tai chi Qi Gong. Auch wenn sehr oft beide miteinander vermischt werden, so besteht zwischen Tai Chi und Chi Gong doch ein großer Unterschied. Während Chi Gong in der Regel nur zur Erhaltung der Gesundheit eingesetzt wird und zur Behandlung von Krankheiten, ist Tai Chi in ihrem Ursprung eine chinesische Kampfsportart. Auch hier spielt der Energiefluss eine zentrale Rolle. Mit Tai chi chuan, wie es ohne Abkürzung genannt wird, wird gegen negative innere Kräfte, zu denen Krankheit und Angst gehören, angekämpft und diese vertrieben. Deshalb wird bei dieser Betätigung auch oft von den Qi Gong 18 Übungen gesprochen, die aber mehr als Mix aus beiden zu verstehen sind.

Beachtet werden muss auch, dass beim Tai Chi chuan und beim Chi Gong mit unterschiedlichen Bewegungen gearbeitet wird. Qi Gong Tai Chi ist deshalb auch kein wesentlicher Bestandteil der chinesischen Medizin, ist aber im Hinblick auf Chi Gong doch eng miteinander verbunden. Blockaden vom Energiefluss, etwa durch Krankheiten, können deshalb auch mit dieser Methode der sanften Bewegungen beseitigt werden. Wer sich rein für Tai Chi interessiert, der sollte immer mit leichten Übungen für Anfänger beginnen.

Um Übungen zu finden und zu erlernen sollte man auch auf das Internet setzen. Gerade Qi Gong Übungen für Anfänger sind vor allem bei YouTube sehr häufig zu finden. Hier wird Chi Gong und diverse Übungen genau erklärt und mit der Qi Gong Erklärung kann jeder schnell starten. Einfach nach Qi Gong Youtube suchen und man wird sehr schnell fündig werden.

Shibashi – Qi Gong 18 Übungen

Das Tai Chi Qi Gong wird auch als Shibashi oder Chi Gong der 18 Bewegungen bezeichnet. Die Form der Qi Gong 18 Übungen gehört mittlerweile zu den beliebtesten und auch am verbreitesten Formen von Chi Gong weltweit. Diese Qi Gong Übungen sind im Einzelnen:

  1. Wecken des Qi
  2. Die Brust öffnen
  3. Tanzen mit dem Regenbogen
  4. Die Wolken teilen
  5. Rollen der Arme
  6. Rudern auf einem ruhigen See
  7. Mit der Hand die Sonne heben
  8. Den Kopf drehen und nach dem Mond schauen
  9. Den Oberkörper drehen und die Handfläche schieben
  10. Wolkenhände in Reiterhaltung
  11. Auf den Meeresgrund greifen, zum Himmel schauen
  12. Wellen bewegen
  13. Die fliegende Taube breitet ihre Flügel aus
  14. Die Faust stoßen
  15. Die fliegende große Wildgans
  16. Sich wie eine Windmühle drehen
  17. Mit dem Ball spielen wie ein Kind
  18. Das Qi beruhigen

Diese Übungen des Qi Gong Tai Chi sind für jeden erlernbar und dies in jedem Alter. Jeder der Qi Gong 18 Übungen hat jeweils einen eigenen Nutzen für die Gesundheit. Diese Qi Gong Übungen stellen zudem einen idealen Einstieg überhaupt dar. Sehr leicht kann man diese Übungen erlernen, wenn man sie vorher als Qi Gong Video betrachtet. Ruhe und ausreichend Zeit sind allerdings Voraussetzung, wenn man sich ein Qi Gong Video und die Qi Gong Erklärung ansieht.

Auf was sollten man bei Qi Gong Übungen achten?

Wichtig bei Chi Gong ist es, dass die Bewegungen genau erlernt werden. Dies kann entweder wie bereits erwähnt über ein Qi Gong Video oder bei Qi Gong Youtube gemacht werden. Es kann aber auch in diversen Kursen erlernt werden. Hier sind Trainer anwesend, die erfolgreich eine Qi Gong Ausbildung absolviert haben und einen Schritt für Schritt in die Übungen einweihen. Bei den Übungen sollte aber nicht nur auf die richtige Bewegung geachtet werden, sondern auch auf die richtige Atemtechnik. Übungen in der Stille und der Bewegung, aber auch Qi Gong Übungen zur Körperhaltung, Atemübungen und die Meditation eignen sich sehr gut dazu. Damit kann auch ganz hervorragend die innere Unruhe bekämpft werden.

Alle Übungen können im Sitzen, im Liegen, im Stehen und im Gehen ausgeführt werden. Sehr leicht sind vor allem die jeweiligen Grundpositionen zu erlernen und man muss dafür nicht gleich eine Qi Gong Ausbildung machen. Sehr beliebt und vor allem sehr bekannt sind auch das sogenannte Spiel der Tiere. Diese Übungen werden den fünf Elementen zugeordnet.

  • Für das Element Erde steht der Bär
  • Das Element Metall wird durch den Kranich abgebildet
  • Der Affe steht symbolisch für das Element Wasser
  • Für das Element Holz steht der Tiger mit all seiner Kraft
  • Das Element Feuer wird durch den dynamischen Hirsch abgebildet

Qi Gong Übungen mit viel Tradition

Es gibt im Chi Gong Übungen, die eine sehr lange Tradition haben. Dazu gehört unter anderem die Übungsreihe 8 Brokate. Auch diese sind sehr gut für Anfänger geeignet. Sie sind leicht zu erlernen und sprechen sehr viele einzelne Körperregionen an. Je länger man diese Übungen macht, desto mehr kann man die Wahrnehmung, die Atemtechnik und die Körperhaltung perfektionieren. Alle Übungen können sowohl drinnen, als auch draußen im Garten oder im Park gemacht werden. Die Übungen können allein durchgeführt werden oder in der Gruppe. Es gibt hier keinerlei Einschränkungen, was das ganze natürlich noch einfacher macht.

Wogegen kann Qi Gong helfen?

In erster Linie wird Chi Gong gemacht, um seine Gesundheit zu fördern und zu pflegen, aber auch zur Vorbeugung gegen Erkrankungen und zur Entspannung bei zu viel Stress. Perfekt eignet es sich auch, um Konzentration und Merkfähigkeit zu steigern. Mit diesen Übungen kann jeder auch seine Selbstwahrnehmung steigern, den Gleichgewichtssinn verbessern und die Beweglichkeit fördern. Von besonderem Vorteil ist es, dass die Qi Gong Übungen mit keiner besonderen Kraftanstrengung verbunden sind. Deshalb ist die Durchführung in jedem Alter möglich und werden oft auch als begleitende Therapie angewandt. Möglich ist dies bei

  • Gelenkproblemen, Rückenschmerzen und Schäden der Körperhaltung
  • Schlafstörungen, Stress und Müdigkeit
  • Stressbedingte Beschwerden wie Kopfschmerzen, Reizdarm und Reizmagen
  • Bluthochdruck und Problemen mit dem Kreislauf

Es gibt keine bekannten Nebenwirkungen und Gegenanzeigen, die bei Anwendung von diesen Übungen bekannt sind. Wichtig ist allerdings zu wissen, das Qi Gong Übungen keine rein medizinische Behandlung ersetzen können. Es wird aber immer mehr als Begleitung zu einer medizinischen Therapie empfohlen oder verordnet. Vor allem bei Krebsbehandlungen, in der Schmerztherapie und auch bei Burnout wird auf die Wirkung von Chi Gong vertraut und begleitend angewendet.

Kosten können unter Umständen geltend gemacht werden

Das Tai Ci Chuan und das Chi Gong ähneln sich sehr und gerade in unseren Breitengraden sind die Unterschiede kaum feststellbar. Beide Arten haben das Ziel, einen gesunden Körper zu schaffen und Entspannung zu finden. Kombinierte Kurse werden vor allem von Volkshochschulen, Fitness-Studios und Sportclubs angeboten. Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, dann erstatten auch viele Krankenkassen die Gebühren für einen solchen Kurs, wenn dieser als Präventionsmaßnahme durchgeführt wird. Dazu sollte man sich am besten im Vorfeld Informationen einholen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

 

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