Burnout

Burnout – Wenn Körper, Seele und Geist überlastet sind

In der heutigen Zeit gehört chronischer Stress zu einem mehr mehr verbreiteten Phänomen. Vor allem in den westlichen Industrienationen in dies in den letzten Jahren stark zu beobachten. Dieser chronische Stress ist für viele ein Teil ihres Lebens geworden und wird hingenommen, weil die meisten Menschen der Meinung sind, dass Stress zum Alltag gehört und sowieso nicht vermieden werden kann. Doch dieser dauerhafte negative Stress macht krank und äußert sich in psychischen und physischen Krankheiten. Eine dieser immer häufiger auftretenden Krankheiten ist der Burnout. Der Mediziner spricht in diesem Fall auch meistens vom Burnout Syndrom. Vor allem Menschen, die sich über einen langen Zeitraum nicht nur im beruflichen, sondern auch im privaten Bereich sehr verausgabt haben, bis an die Grenzen der möglichen körperlichen und seelischen Belastung, erkranken immer häufiger an Burnout.

Was ist Burnout?

Die Burnout Definition beschreibt die Erkrankung als eine körperliche und emotionale Erschöpfung. Das Burnout Syndrom wird in der internationalen Klassifikation von Krankheiten unter der Rubrik „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ geführt. Die Burnout Definition wird auch oft mit Ausgebranntsein bezeichnet. Burnout tritt immer häufiger durch sehr hohe berufliche Belastung auf, wird aber nicht als sogenannte Berufskrankheit anerkannt. Wer an dem Burnout Syndrom erkrankt, der braucht professionelle Hilfe, denn allein ein längerer Urlaub kann hier nicht helfen.

Burnout kann zu Depressionen, zu Panikattacken bis hin zu einem totalen Zusammenbruch auf emotionaler, geistiger und körperlicher Ebene führen. Burnout sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Viele glauben, wenn der Stress etwas weniger wird, dann wird auch alles wieder gut. Doch dies ist ein Trugschluss. Die Entwicklung hin zum Burnout kann durchaus wie eine Alkoholerkrankung verglichen werden, die sich schleichend entwickelt und in verschiedenen Phasen abläuft. Viele Betroffene gelangen erst nach einem Zeitraum von mehreren Jahren des Dauerstresses an den Punkt, an dem dann gar nichts mehr geht und der totale Zusammenbruch erfolgt.

Wie äußert sich Burnout?

Chronischer Stress und die dauerhafte Belastung durch Stresshormone wirken sich auf fast jedes Organsystem aus. Deshalb kann auf die Frage „wie äußert sich Burnout“ auch keine ganz klare Antwort gegeben werden. Die Burnout Symptome sind sehr vielfältig. Wie sich die Burnout Anzeichen in Form von psychischen und physischen Beschwerden bemerkbar machen, ist bei jedem Betroffenen sehr individuell und hängt auch sehr stark von der jeweiligen Persönlichkeit ab.

Eines aber steht fest. Die Burnout Anzeichen machen sich nicht von heute auf morgen bemerkbar. Schleichend geht die Erkrankung über einen längeren Zeitraum vonstatten. Herbert Freudenberger, ein deutsch-amerikanischer Psychologe und Psychoanalytiker hat den Begriff Burnout geprägt und auch erstmalig verwendet. Er gilt sozusagen als Pionier auf dem Gebiet der Burnout Definition und deren Ursachen.

Einteilung in zwölf Phasen

Dieser Herbert Freudenberger hat in seiner Burnout Definition das Fortschreiten von Burnout in zwölf Phasen eingeteilt. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Betroffene diese Phasen von Anfang bis Ende durchlaufen und sich die Anzeichen Burnout bei jedem Menschen gleich zeigen. Es gibt Patienten, die eine oder mehrere Phasen überspringen oder gleichzeitig Burnout Symptome von mehreren Phasen leiden. Auch die Dauer dieser Phasen ist von Mensch zu Mensch verschieden und kann nicht vereinheitlicht werden.

Die Ebenen der Burnout Symptome

Beim Burnout Syndrom werden als wichtigste Burnout Ursachen fünf Ebenen definiert.

Ebene 1: Die veränderte psychische Befindlichkeit

Auf dieser Ebene spielen die psychischen Befindlichkeiten eine große Rolle. Diese Befindlichkeiten sind:

  • Gereiztheit
  • dauerhafte Müdigkeit
  • depressive Stimmungen wie die typische Burnout Depression
  • Ängstlichkeit
  • ständiger spürbarer Dauerdruck
  • sich gehetzt fühlen
  • aggressive Grundstimmung
  • Ratlosigkeit und sorgenvolle Stimmung
  • Kraftlosigkeit und Antriebslosigkeit

Generell fühlt sich der Betroffene in dieser Ebene fremd in der Welt. Er hat ständig das Gefühl, vollkommen neben sich zu stehen. Die Folge davon ist eine ständige Angst als Begleiter im Alltag.

Ebene 2: Die körperlichen Beeinträchtigungen

Je länger der dauerhafte negative Stress anhält und je stärker sich burn out entwickelt, desto mehr bekommt man auch die körperlichen Beeinträchtigungen zu spüren. Bei der Frage wie äußert sich Burnout kann man deshalb auch sagen, dass eine beginnende Unruhe über Schlafstörungen bis hin zum völligen Zusammenbruch die Stufen sind. Am Ende steht dieser Zusammenbruch, der auch sich auch ähnlich bemerkbar macht, wie dies bei einem Herzinfarkt der Fall ist. Die körperlichen Beeinträchtigungen sind im folgenden:

  • ständige Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühle und Schwindelanfälle
  • starke Müdigkeit die nicht nachlässt
  • Zittern am Körper
  • Veränderungen beim Blutbild

Ebene 3: Veränderung des Verhaltens gegenüber Mitmenschen

Als Anzeichen Burnout ist auch die zunehmende Veränderung gegenüber Mitmenschen und dem sozialen Umfeld zu werten. Dies kann sich folgendermaßen bemerkbar machen:

  • Kollegen und Familienmitglieder werden als zunehmend störender empfunden
  • man fühlt sich von seinen Mitmenschen belästigt
  • man wird gegenüber den Mitmenschen zynisch und ironisch

Vor allem durch zynische Bemerkungen versucht man sich bei Burnout Anzeichen eine emotionale Distanz zu schaffen um wieder mehr Ruhe zu spüren. Es kann aber auch als eine Art Ventil gesehen werden, um die innere Belastung und innere Unruhe abzubauen. Diese Anzeichen Burnout haben aber in der Regel zur Folge, dass man sich immer mehr aus dem sozialen Leben verabschiedet und sich zurückzieht.

Ebene 4: Der soziale Rückzug

Durch die alle Symptome Burnout verursacht, wird auch die private Zeit immer weniger genutzt. Es beginnt ein fast unmerklicher sozialer Rückzug, weil jeder Betroffene mit sich und seinen Beschwerden viel zu viel mit sich selbst beschäftigt ist. Gegenüber seinen Mitmenschen entwickelt man immer mehr Misstrauen, man verschließt sich, hat Angst dass man durchschaut wird und beginnt Begegnungen mit anderen Menschen auszuweichen. Der soziale Rückzug macht aber auch im partnerschaftlichen Bereich keinen Halt. Man wird gegenüber dem Partner immer wortkarger und auch die sexuelle Aktivität in der Partnerschaft wird immer rückläufiger. Dies kann auf längere Sicht gesehen erhebliche Folgeschäden mit sich bringen, wie etwa die Trennung vom Partner.

Ebene 5: Persönliche Werte ändern sich

Die Symptome Burnout sind auch an der Änderung von persönlichen Werten deutlich erkennbar. Galten vorher noch ein sofortiges Erledigen, ein mehr an Leistung und ein nie genug bekommen als klare persönliche Werte, so rücken diese immer mehr in den Hintergrund. Jetzt spielt sich fast alles nur noch so ab, dass eine Liste an Erledigungen widerwillig abgearbeitet wird und man sich immer häufiger selbst die Fragen stellt, „muss ich das wirklich tun“ und „brauche ich das unbedingt“. Innerer Antrieb und Motivation schwinden immer mehr und bei der Arbeit macht man nur noch Dienst nach Vorschrift und gemeinsame Aktivitäten mit der Familie werden als Last empfunden. Man verweigert mehr und mehr seine aktive Beteiligung und man verfällt immer mehr in eine Burnout Depression.

Burnout Ursachen hängen auch von der Persönlichkeit ab

Das Burnout Syndrom entsteht nicht nur durch dauerhaften Stress und berufliche Überforderung. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die dazu führen, dass man „ausbrennt“. Häufige Burnout Ursachen sind:

  • Berufliche Ursachen: Zu diesen gehören immer mehr Zeitdruck und die Forderung nach Multitasking-Fähigkeit. Immer mehr Informationen sollen aufgenommen und auch verarbeitet werden, was die Arbeit behindert und den Stress immer weiter nach oben treibt. Aber auch schlechtes Betriebsklima und fehlende Wertschätzung sind Burnout Ursachen, die am Arbeitsplatz entstehen können. Auch Arbeitszeiten, wie viele Überstunden und Arbeit im Schichtbetrieb können zu dauerhaftem Stress führen und letztendlich in einem Burnout enden.
  • Individuelle Ursachen: Es fällt auf, dass vor allem Menschen an Burnout leiden, die sich vorher im Beruf sehr engagiert gezeigt haben und ihre eigene Messlatte sehr hoch gelegt haben. Alles soll perfekt erledigt werden und führt dann mit der Zeit zu einer Überforderung und zunehmender Erschöpfung. Vor allem in Pflegeberufen ist ein dramatischer Anstieg von Burnout Anzeichen zu beobachten. Die Probleme bei der Arbeit werden mit nach Hause genommen und die fehlende Fähigkeit eine Distanz aufzubauen sorgen mit der Zeit für eine Burnout Depression. Auch ein zu hoher Leistungsdruck innerhalb der Familie ist eine Situation, die Symptome Burnout hervorrufen können. Stress wird nicht mehr abgebaut, weil man mit stressigen Situationen immer schlechter umgehen kann.

Was tun bei Burnout?

Die wichtigste Regel bei der Frage „Burnout was tun“ ist, dass man die Symptome Burnout erkennt, sich nicht selbst an den Pranger dafür stellt und sein Leben zu ändern beginnt. Die Burnout Therapie kann durchaus am Anfang auch eine Selbsttherapie sein. Wie äußert sich Burnout? Dies ist im Verlauf dieses Artikels bereits mehrfach beschrieben worden. Wenn man an sich also die Burnout Anzeigen feststellt, dann sollte man sein Verhalten ändern. Damit man aber sein Verhalten ändern kann, muss man auch wissen und erkennen „was ist Burnout“. Um Burnout zu verhindern oder eine Selbsttherapie zu machen, sollten zwölf Regeln beachtet werden.

  1. Man darf den Dauerstress nicht verleugnen. Man muss sich eingestehen, dass der Dauerstress und die damit verbundenen Zwänge einem nicht gut tun und sich sowohl körperlich als auch geistig und emotional Beschwerden einstellen.
  2. Die Lebensumstände müssen verändert werden. Gerade am Arbeitsplatz ist dies durchaus möglich, wenn einem der Druck über den Kopf wächst und immer mehr Stress entscheidet. In diesem Fall sollte man ernsthaft über einen Jobwechsel nachdenken.
  3. Nicht zu viel machen. Engagement in allen Ehren, aber es muss auch mal genug sein. Man sollte genau analysieren, in welchen Bereichen man einfach ein Überengagement zeigt und hier ein bisschen kürzer treten.
  4. Nicht in eine Isolation rutschen. Man kann nicht alles allein machen. Wer sich mit Freunden umgibt und sich mit ihnen austauscht, fühlt sich deutlich besser.
  5. Auch andere etwas machen lassen. Dies gilt sowohl für das berufliche als auch das private Umfeld. Bei der Arbeit kann man auch mal Aufgaben delegieren und zuhause können alle mal mit anpacken und sich die Hausarbeit teilen.
  6. Aufhören mit der Überfürsorglichkeit. Zunächst einmal sollte man sich selbst wichtig sein. Sich immer nur um die Probleme der anderen zu kümmern ist nicht der richtige Weg.
  7. Seine eigenen Werte neu überdenken. Einfach mal hinsetzen und ehrlich überlegen, was einem wichtig ist und was weniger. Und dann einfach mal die unwichtigen Dinge vernachlässigen.
  8. Auch mal nein sagen. Symptome  sind vor allem auch bei den Menschen festzustellen, die einfach nicht sagen können. Man kann einfach nicht mehr leisten, als was an einem Tag möglich ist und was vor allem auch der Körper zulässt, ohne das gleich richtige Stresssymptome auftreten.
  9. Energie einteilen. Wer sich die Frage stellt „Burnout was tun“, der sollte sein persönliches Tempo mal ein bisschen herunterfahren. Der Körper braucht seine Ruhepausen, Energie muss wieder aufgeladen werden und diese Zeit sollte und muss man sich auch nehmen.
  10. Mehr auf den Körper achten. Der Körper sendet früh genug Signale, wenn er überlastet ist und die Gesundheit langsam aber sicher verloren geht. Auf diese Signale sollte man achten und hören. Ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung und Bewegung sollten im Leben nicht fehlen.
  11. Besserer Umgang mit Sorgen. Viele Menschen die an sich diese Symptome feststellen, müssen einen besseren Umgang mit Sorgen lernen. Je mehr man grübelt, desto mehr setzt man sich unter Druck. Und die Welt geht nicht gleich wegen jeder Kleinigkeit unter.
  12. Nie seinen Humor verlieren. Dies ist ganz wichtig, denn Lachen ist gegen Burn out das allerbeste Mittel und die beste Burnout Prävention.

Burnout Behandlung

Wer bei Burnout was tun nicht mehr weiter weiß und auch die Selbsttherapie erfolglos ist, der sollte sich einer anderen Burnout Therapie zuwenden und auf jeden Fall professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Bei der Burnout Behandlung gibt es mehrere Formen einer Burnout Therapie. Spätestens dann, wenn die Burnout Depression stärker wird und länger und länger anhält, ist es höchste Zeit, sich in professionelle Behandlung zu begeben. Mögliche Formen der Burnout Therapie sind:

  • Verhaltenstherapie
  • Gesprächspsychotherapie
  • Gestalttherapie
  • Psychodrama
  • Logotherapie
  • Transaktionstherapie
  • Rational-emotive Therapie
  • Körpertherapien

Bei der  Behandlung mit einer Psychotherapie wird meistens auch mit Medikamenten gearbeitet. Mit diesen Medikamenten kann man die schlimmsten Beschwerden erst einmal lindern und damit auch den Einstieg in die Burnout Behandlung erleichtern. Das bedeutet aber nicht, dass man bei den ersten Anzeichen für Burnout sofort eine Therapie mit starken Medikamenten machen muss. Welche Art der Behandlung die richtige ist, hängt von Fall zu Fall ab und sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt oder Psychotherapeuten entschieden werden.

Den Burnout Test machen

Da Burnout nicht immer gleich von anderen seelischen und depressiven Krankheiten unterschieden werden kann, sollte man bei einen Burn Out Test machen, wenn der Verdacht nahe liegt. Dazu findet man auf einigen Seiten im Internet einen Burnout Schnell Test oder einen Burnout Test, der etwas ausführlicher ist. Wichtig bei solch einem Selbsttest ist natürlich, dass man bei der Beantwortung der dort gestellten Fragen ehrlich zu sich selbst ist. Sollte dieser Test einen in der Vermutung bestätigen, dann sollte man im eigenen Interesse einen Termin für ein Beratungsgespräch beim Arzt oder Psychotherapeuten vereinbaren. Dies wäre der erste Weg, seinen Burnout in den Griff zu bekommen und etwas in seinem Leben zu verändern.

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